Der Körperbau des Hundes

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    Die Skelette aller Säugetiere ähneln sich vom Aufbau her grundsätzlich sehr, Beweglichkeit und Kraft harmonisieren bei den Hunden jedoch besonders gut.

    Dies ist z.B. an den Gelenken ersichtlich. Einerseits sind sie extrem elastisch und können alle Bewegungen gut abfedern, andererseits sind sie aufgrund der Knochenform und der Bänder im Skelettapparat äußerst belastbar.

    Die Stärke eines Hundes wird ihm durch seine Muskeln verliehen, die den größten Teil seiner Körpermasse ausmachen. Sie dienen den Hunden zur Entwicklung ihrer Schnelligkeit und ermöglichen ihnen das Spurten. Natürlich sind sie abhängig von der Rasse unterschiedlich entwickelt: Ein Alaskan Malamute, dessen Aufgabe vor allem im Ziehen von schweren Lasten bestand, und der sich diese Fähigkeit bis heute erhalten hat, verfügt über einen sehr viel stärker ausgeprägten Muskelapparat als ein Chihuahua, der vor allem als Schoßhund gehalten wird. Allen Hunden ist gemein, dass ihre Halsmuskeln besonders stark entwickelt sind. Diese müssen die Tiere bei Kämpfen vor Verletzungen an Luftröhre, Kehlkopf oder Blutgefäßen durch gegnerische Bisse schützen.

    Ein besonderes Augenmerk muss bei Hunden auf die Gliedmaßen gelegt werden. Sie sind die Körperteile, die am ausgereiftesten sind und dem Tier das Vermögen verleihen, lange Strecken bei hoher Geschwindigkeit zurückzulegen. Die hohe Spezialisierung hatte jedoch zur Folge, dass Hunde - anders als der Mensch - nicht mehr in der Lage sind, seitliche Bewegungen auszuführen.

    Die Besonderheit der Gliedmaßen besteht auch darin, dass sie zusammen mit dem Schädel derjenige Teil des Körpers sind, der sich bei den einzelnen Rassen am meisten unterscheidet. Einerseits ist dies die Folge natürlicher Auslese, andererseits des Eingriffs und der gezielten Züchtung durch den Menschen, um neue und oftmals auch extreme Formen hervorzubringen, die einem bestimmten Zweck besonders dienlich sind. Man vergleiche nur einmal die Form und Länge der Gliedmaßen eines Afghanen mit der eines Dackels. Bei manchen Laufhunden existiert z.B. ein Standardtyp sowie ein kurzläufiger "Basset"-Typ, der eigens für die Jagd zu Fuß gezüchtet wurde.

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    Der Zweckdienlichkeit und Anpassung an ein bestimmtes Schönheitsideal des Menschen stehen leider oftmals Krankheiten gegenüber, die bei besonders hochgezüchteten Hunden aus der Form der Gliedmaßen resultieren. Wenn beim Deutschen Schäferhund z.B. Wert auf eine besonders stark gerundete Rückenlinie gelegt wird, so sind Hüftprobleme fast schon vorprogrammiert.

    Wie beispielsweise auch die Katzen sind Hunde Zehengänger, bewegen sich also nur auf ihren Zehenspitzen fort. Dies verleiht ihnen eine besondere Wendigkeit und kann besonders beim Angriff gegen größere Beutetiere sehr wichtig sein. Die Pfote ist dabei wie unsere Hand aufgebaut, mit dem Unterschied, dass die Afterkralle oder -klaue, die unserem Daumen entspricht, verkümmert ist und keine Funktion erfüllt. Bei den meisten Rassen wird sie bereits in den ersten Lebenstagen entfernt, da sie sonst beim Laufen stören würde.