Hunde als Therapeuten
Aus Mein-Hund.de
Wer einen Hund hat, hat wahrscheinlich schon die Erfahrung gemacht, dass sein vierbeiniger Mitbewohner ein hervorragender Seelentröster sein kann. Mehr und mehr entdecken in den letzten Jahren auch soziale und therapeutische Institutionen die positive Wirkung von Hunden auf den Menschen und nutzen diesen Effekt bei ihrer Arbeit.
Die Einsatzgebiete sind dabei sehr weit gefächert: Relativ bekannt dürfte inzwischen der tierische Besuchsdienst in Seniorenheimen sein, aber auch in der Psychiatrie, in der Behindertenarbeit, bei verhaltensgestörten Kindern oder sogar im Strafvollzug werden Hunde immer öfter als therapeutische Helfer eingesetzt.
Umfassende Statistiken über die so genannten „tiergestützte Therapie“ sind schwer zu finden, einer Studie der Universität Leipzig zufolge werden aber in beinahe 40 Prozent der kinder- und jugendpsychiatrischen Einrichtungen in Deutschland Tiere in die Therapie miteinbezogen.
"Gib dem Menschen einen Hund und seine Seele wird gesund," davon war schon Hildegard von Bingen überzeugt. Und tatsächlich belegen viele Studien die positive Wirkung von Hunden auf den Menschen. Unter anderem führe der Kontakt zu den Vierbeinern zur Senkung der Herzfrequenz (Katcher & Beck, 1983) und des Blutdrucks (Anderson et al., 1992), zur Förderung von positivem Selbstwert (z.B. Serpell, 1990; Triebenbacher, 2000), zu Stressreduktion (Allen, Shykoff & Izzo, 2001) und Angstlösung (Wilson, 1991) und zur Steigerung des positiven Sozialverhaltens (Kongable, Stolley & Buckwalter, 1990) – um nur einige der positiven Studienergebnisse zu nennen.
Zurückgeführt wird die heilende Wirkung auf den Charakter von Hunden: Hunde nähern sich den – unter Umständen sozial belasteten - Menschen unvoreingenommen und schenken ihnen ihr Vertrauen. Dabei vermitteln sie ein Gefühl der Geborgenheit und absoluten Akzeptanz, was für viele Menschen in schwierigen Lebenssituationen eine seltene und darum umso wertvollere Erfahrung darstellen kann. Hunde haben außerdem einen sehr stark ausgeprägten Aufforderungscharakter, der oft einen wichtigen Beitrag zur Motivation leistet.
Unterschieden wird bei Hunden, die im medizinischen Bereich eingesetzt werden, zwischen Assistenzhunden, Therapiehunden und Besuchshunden. Assistenzhunde sind etwa Blinden- oder Behindertenbegleithunde. Im Gegensatz zu den Besuchshunden, die beispielsweise im Seniorenheim einfach einen sozialen Kontakt herstellen sollen, sind Therapiehunde speziell ausgebildete Helfer, deren Einsatz ein konkretes Therapieziel unterstützen soll.
Copyright Bild: Alexandra H. / pixelio.de
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