Psychologie der Mensch-Hund-Beziehung
Aus Mein-Hund.de
Bonner Forscherin erstellt Psychogramm des Hundehalters. Eine Psychologin der Universität Bonn publizierte kürzlich eine Studie über die Beziehung zwischen Mensch und Hund. Ein interessanter Aspekt der umfangreichen Forschungsarbeit war die Unterteilung der Hundehalter in drei Haupttypen: den "naturverbundenen und sozialen Hundehalter", den "prestigeorientierten, vermenschlichenden Hundehalter" und "den stark auf den Hund fixierten, emotional gebundenen Hundehalter".
Der erste Typus ist am weitesten verbreitet, rund 43 Prozent aller Hundebesitzer sollen, laut Studie, dieser Gruppe angehören. Bei 22 Prozent soll es sich um den vermenschlichenden Hundehalter handeln und bei den übrigen 35 Prozent um einen stark auf den Hund fixierten.
Zu diesen Ergebnissen kam die Psychologin durch die Befragung von sage und schreibe 2.789 Hundebesitzern. [Außerdem sammelte sie verschiedenste Daten über die vierbeinigen Freunde der Befragten, wie zum Beispiel die Größe, das Alter oder den „sozialen Stand“ des Hundes. Zusätzlich führte die Forscherin eine systematische Verhaltensbeobachtung durch, was es ihr erlaubte, Schlüsse über die "Beziehungszufriedenheit" der Besitzer einerseits, als auch die Bedürfnisbefriedigung des Hundes andererseits, zu ziehen.
Zwar war das Ergebnis der Studie aus Sicht der Psychologin weitestgehend zufriedenstellend, doch ein Mangel wurde bei vielen Mensch-Hund-Beziehungen offensichtlich: Die Herrchen und Frauchen verfolgten mit der Haltung ihres "besten Freundes" meist eigennützige Ziele.]
Der prestigeorientierte Hundebesitzer zum Beispiel versucht/versuche, durch seinen Hund sein Ansehen bei anderen Menschen zu verbessern und somit auch sein eigenes Selbstbewusstsein zu stärken.
Beim stark fixierten Hundehalter steht der Hund selbst im Mittelpunkt – und zwar auf fast schon ungesunde Weise. Es könnte sein, dass der Hund hier die Rolle eines „Lückenfüllers“ spielen muss. Jedoch muss man auch das vorbildliche Verhalten dieses Hundehaltertyps anmerken, der einerseits seinen Hund zufriedenstellen will und andererseits darauf achtet, seine Mitmenschen mit dem Tier weder zu stören noch zu gefährden.
Der dritte Typ – naturverbunden und sozial – ist offen und kontaktfreudig. Dadurch tendiert er aber gelegentlich dazu, seinen Hund dazu zu „benutzen“, um neue Menschen kennenzulernen. Dabei wird ersichtlich, dass ihm zwischenmenschliche Beziehungen wesentlich wichtiger sind, als die zu seinem Hund.
Der zentrale Befund der Studie über die Beziehung zwischen Mensch und Hund ist also, dass diese weitestgehend durch den Menschen definiert wird und der Hund nur "mitläuft". Hundehalter vom Typ 2 und 3 wären aber so rücksichtsvoll und verantwortungsbewusst, dass sie sich im Vorfeld informieren würden, mit welcher Hunderasse sie glücklich werden können und vor allem, welchen Hund sie selbst ebenso glücklich machen können.
Copyright Bild: Elke Barbara Bachler / pixelio.de
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