Straßenhund Louk wird zur Widerstands-Ikone
Aus Mein-Hund.de
Der "Riot-Dog" wird er auch genannt: Louk kämpft in den Straßen Athens an der Seite griechischer Autonomer gegen die Polizei. Der Straßenhund stürzt sich immer wieder mitten ins Gefecht und hat es durch seine mediale Präsenz inzwischen zur Ikone des griechischen Widerstandes gebracht. Sein Heldentum läuft dabei Gefahr, die Problematik von Streunern romantisch zu verklären, könnte aber auch eine Chance sein, mehr Aufmerksamkeit auf die Situation von Straßenhunden im Mittelmeerraum zu ziehen.
Louk ist die Kurzform von "Loukanikos", auf deutsch "Würstchen", denn die frisst der tierische Landstreicher besonders gern. Woher er seinen Namen hat, ist unklar, wie vieles in der Biographie des rebellischen Hundes: Es gibt Mutmaßungen, dass er der Sohn seines berühmten Vorgängers "Kanellos" (dt.: "Zimt") sei, der 2008 Seite an Seite mit der Protestbewegung marschiert und inzwischen in einem befahnten Ehrengrab standesgemäß beerdigt worden ist.
Louk scheint nun in "Zimts" ruhmvolle Fußstapfen zu treten: Die Bilder und Videos des fuchsfarbenen Vierbeiners mit dem blauen Halsband, das ihn als behördlich erfassten, männlichen Straßenhund kennzeichnet, erobern die Welt. Louk hat eine eigene Facebook-Seite und einen Twitter-Account und ist in unzähligen Videos auf Youtube in Aktion zu sehen (siehe z.B. Spiegel-TV-Bericht im Video oben). Dabei ist er kein kurioser Einzelfall. Zahlreiche Straßenhunde geraten derzeit in die Ausschreitungen auf den Straßen Athens. Unter anderem auf der Facebook-Seite ACTIVIST DOG werden immer mehr Fotos der vermeintlich politisch engagierten Hunde gezeigt.
Während Louk allerdings scheinbar nur gegen die Polizei vorgeht, zeigt sich auf diesen Bildern sehr deutlich, dass die Straßenhunde wenig parteiisch sind, sondern einfach nur durch die Gefechte in ihrem Revier aufgeheizt werden. Sie greifen Polizisten ebenso an wie Aktivisten. Möglicherweise hat Louk schlechte Erfahrungen mit den Gesetzeshütern gemacht und steht deshalb so eindeutig auf der Seite der Rebellen. Wie den anderen Hunden aber auch wird es ihm letztlich nicht darum gehen, das System zu stürzen, sondern einzig und allein darum, sein Revier zu verteidigen.
Die Aussagen über die Situation von Straßenhunden in Griechenland sind sehr unterschiedlich: Auf der einen Seite ist die Rede von alltäglichen Vergiftungen und Erschießungen, auf der anderen Seite von städtischen Programmen, die die Streuner impfen, sterilisieren, kennzeichnen und ihnen ein "Wohnrecht" in ihrem Revier gestatten. Was der Wahrheit mehr entspricht oder ob beide Extreme nebeneinander existieren, lässt sich dabei schwer beurteilen. Die Informationslage zum Thema im Internet ist nicht besonders gut. Auch wenn Louk und die anderen "Riot Dogs" Athens höchstwahrscheinlich keine politischen Absichten haben, könnten sie deshalb durch ihr unfreiwilliges Engagement dazu beitragen, mehr Interesse auf ihre eigene Situation zu lenken.
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