Verhaltensstörungen bei Hunden

    Aus Mein-Hund.de

    Obwohl die Entwicklungsphasen des Hundes mittlerweile sehr gut erforscht sind, kommt es leider dennoch immer wieder zu teils gravierenden Verhaltensstörungen bei Hunden. Diese sind oft auf Erfahrungsdefizite und Fehlentwicklungen in den ersten drei Lebensmonaten zurückzuführen, doch auch in fortgeschrittenerem Alter können traumatische Erfahrungen das Verhalten des Hundes negativ beeinflussen.

    Angstzustände

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    Die am häufigsten anzutreffenden Störungen sind Angstzustände, die von verschiedenen Situationen oder Gegenständen ausgelöst werden. Je nach Ausprägung der Störung reagiert der Hund mit einer erschrockenen, unterwürfigen Körperhaltung, beginnt zu zittern und muss sich vielleicht sogar übergeben. Auch übertriebenen Aggression oder apathisches Verhalten können Anzeichen einer Angststörung sein.

    Die Ursachen für dieses Verhalten liegen oft in einem beschränkten Erfahrungshorizont. Hat ein Hund in seiner Kindheit den Kontakt zu anderen Tieren oder Menschen nicht gelernt, lösen solche Begegnungen bei ihm Angst aus. Ist die Quelle der Angstzustände offensichtlich, kann man den Hund selbst therapieren, indem man ihn kontrolliert dem Angst auslösenden Reiz aussetzt. Bleibt er dabei ruhig, wird er gezielt dafür belohnt. So wird er nach und nach lernen, den Reiz mit einer positiven Erfahrung zu verbinden.

    Angststörungen

    Schwerer zu erkennen sind Angststörungen, die auf eine Verlust- oder Trennungsangst zurückgehen. Man wird zunächst vielleicht feststellen, dass der Hund sich in Abwesenheit seines Menschen in der Wohnung nicht wie erwartet benommen hat. Oft kotet er in der Wohnung, manchmal an ungewöhnlichen Orten wie auf dem Sofa oder im Bett, oder er zerstört Gegenstände und kaut Möbelstücke und Teppiche an.

    Legt der Hund ein solches Verhalten an den Tag, sollte man als Halter genau den Umgang mit seinem Haustier reflektieren. Beschäftigt man sich genug mit seinem Haustier oder wird es vielleicht aus Langeweile destruktiv? Dann sollte man dem Hund mehr Zeit widmen. Die Ursache für das beschriebene Verhalten kann jedoch auch darin liegen, dass man sich zu viel mit seinem Hund beschäftigt, ihn verhätschelt und zur Unselbstständigkeit erzieht. Verständlicherweise löst die Abwesenheit des Herrchens dann große Angst bei ihm aus. Ist dies der Fall, empfiehlt es sich, etwas mehr Distanz zum Tier zu waren. Um es auch an andere Bezugspersonen zu gewöhnen, kann man es zum Beispiel auch einmal von anderen füttern oder ausführen lassen. So lernt der Hund, dass seine Welt nicht gleich zusammenbricht, wenn sein Mensch einmal das Haus ohne ihn verlässt.

    Verlustängste

    Verlustängste beim Hund können allerdings auch etwas tiefer sitzen. Vielleicht hat das Tier als Welpe nicht die Zuneigung und Sicherheit erfahren, die es für eine gesunde Entwicklung benötigt hätte. Leider lässt es sich heutzutage kaum vermeiden, dass der Hund einige Stunden allein in der Wohnung verbringen muss. Durch das Setzen der richtigen Signale kann man ihm allerdings beibringen, diese Situation stressfrei zu überstehen.

    Völlig kontraproduktiv ist es, dem Hund durch Worte, Körperhaltung und Gesichtsausdruck sein Bedauern für die bevorstehende Trennung mitzuteilen. Der Hund assoziiert damit sofort, dass ihm etwas Unangenehmes bevorsteht, und reagiert verängstigt. Am besten versorgt man ihn mit einem spannenden Spielzeug, verabschiedet sich kurz und bestimmt und verlässt die Wohnung zügig, ohne zurückzublicken.

    Behandlung beim Tierarzt

    Angstzustände des Hundes sollte man generell nicht auf die leichte Schulter nehmen; manchmal entwickeln sich so starke Störungen, dass sie vom Tierarzt behandelt werden müssen. Wie beim Menschen sind auch bei Hunden Angststörungen eine anerkannte Krankheit und der Tierarzt wird die passenden Medikamente und Verhaltenstherapien zu empfehlen wissen.

    Aggression

    Aggression gehört zu den ureigenen Verständigungsriten des Hundes. Durch Drohgebärden demonstriert er seine Stärke und Position im Rudel. Wird dieses Verhalten jedoch zu einer Bedrohung für andere Tiere oder sogar für den Menschen, so liegt eine Verhaltensstörung vor.

    Während seiner Sozialisation im Rudel der Geschwister lernt der Hund die "Gebärdensprache" seiner Art zu sprechen und zu verstehen. Bei Rangkämpfen unter Hunden lernt er seine Kräfte einzuschätzen und aufzugeben, wenn er merkt, dass sein Gegner stärker ist. Er wird sich diesem dann unterwerfen. Manche Hunde verfügen jedoch nicht über diesen Verhaltenskodex, sei es, weil sie bewusst zu Kampfhunden erzogen wurden oder weil es ihnen in ihrer Sozialisierungsphase nicht möglich war, dieses Verhalten mit anderen Hunden einzuüben.

    Ist ein Rüde nur bei der Begegnung mit anderen Rüden aggressiv, lässt sich das Fehlverhalten möglicherweise durch eine Kastration mindern. Erstreckt sich das aggressive Verhalten jedoch auf andere Situationen, verteidigt er etwa seinen Futternapf oder sein Lager in übertriebener Weise oder reagiert er eifersüchtig auf andere Tiere oder Menschen, nützt eine Kastration nichts. In diesem Fall sollte der Hund lernen, dass sein Herrchen in der Rangfolge über ihm steht. Durch gezielte und konsequente Belohnung von Gehorsamkeit und positivem Verhalten kann eine Verhaltensänderung erreicht werden.

    Oft fühlen sich Hundebesitzer durch solche Erziehungsmaßnahmen überfordert. Besonders das Hetzen von anderen Tieren ist ein Verhalten, das nur sehr schwer korrigierbar ist. In solchen Fällen wendet man sich am besten an einen professionellen Hundetrainer.


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